1912: Postkarten von M. Hanzig aus Lüben, Liegnitzer Str. 12
an seinen Bruder Alfred Hanzig in Löwenberg, Hirschbergerstr. 12
Soldaten grüßen den Kaiser 1931 im Exil














Drei Karten von M. Hanzig an seinen Bruder in Löwenberg! Der liederlichen Schrift und vielen Fehlern nach zu urteilen, muss es sich um einen sehr jungen Mann gehandelt haben. Ein bisschen habe ich den Verdacht, er könnte ein Gymnasiast gewesen sein, denn der Name Hanzig taucht ansonsten nicht in Lüben auf.

29.1.1912: An Herrn Alfred Hanzig, in Löwenberg, Hirschbergerstr. 12, Stadtvorwerk
Lieber Bruder!
Montag den 8. Januar habe ich mein Weihnachten bekommen: 1 Paar Hosenträger, 1 Schürze, Schlips, Äpfel, Nüsse, Pfefferkuchen und am Donnerstag vom Herrn Meister 3 Mark. Besten Dank für Deine Karte, ich bin gesund, hoffentlich du auch, bei uns ist's schön. Schreibe nur den 15.II.1912.

Lüben, den 27.2.1912
An Herrn Alfred Hanzig, Musiker in Löwenberg, Hirschbergerstr. 12
Lieber Bruder!
Herzlichen Dank für deine Gratulation, habe mich sehr darüber gefreut. Liesbeth hat mir auch geschrieben. Sie wäre jetzt in Sorau bei Tante. Papa hat mir (?) geschickt. Ich bin jetzt sehr liederlich gewesen. Ich habe innerhalb 3 Wochen 4,50 Mark vermacht im Gasthause und manchmal 1 Stück Kuchen. Jetzt ist Schluß! Das kommt davon, wenn man sich das Geld allein aufhebt! Jetzt hab ich es wieder abgegeben.

Lüben, den 11.6.1912:
Absender M. H., Lüben, Liegnitzerstr. 12
An Herrn Alfred Hanzig, Musiker in Löwenberg, Hirschbergerstr. 12
Lieber Bruder! Wollte Dir schon lange schreiben, war nur immer zu müde. Heute schrieb Irene mir, ich soll ihr schreiben, wann Pappa den Geburtstag hat, ich hatte ihm auch vergessen zu schreiben und da hab ich ihm heute noch geschrieben. Hast du nicht am dritten Feiertag (?) draußen gestanden? Da der Zug kam, der um 12 zu Hause weggeht oder waren es zwei andere? Ich konnte es nicht genau erkennen. Mir geht es so leidlich. Hoffentlich bist du munter. Am Sonntag bin ich um 3 Uhr aufgestanden. Es sollten nämlich Airplanes über Lüben kommen! Aber es war nichts zu sehen, denn sie flogen zu hoch oder sie flogen über Steinau nach Breslau.