Drei Generationen Karl Pfitzner
Der älteste Sohn hieß immer Karl, lassen Sie sich nicht verwirren!
Barschau














Barschauer vermutlich beim Bau von Karl Pfitzners Scheune im Jahr 1937/38

Barschauer vermutlich beim Bau von Karl Pfitzners Scheune im Jahr 1937/38
hintere Reihe von links: 1 Karl Pfitzner, 4 Alfred Wicher, 5 Wilhelm Kipper (letzter deutscher Bürgermeister 1944/45);
vordere Reihe: 6 Richard Neumann, 7 Richard Jobke (bis 1942 Barschauer Bürgermeister), 8 Bernhard Jänsch, 10 August Vorwerg
Für das Foto herzlichen Dank an Thomas Jobke und für die zeitliche Einordnung und die bisher fehlenden Namen an Günter Lindner und Karl-Heinz Wilke!

Bau der Scheune von Karl Pfitzner im Jahr 1937/38

Beim Bau der neuen Scheune von Karl Pfitzner im Jahr 1937/38

Karl Pfitzner mit seinen Kindern Ernst, Anneliese und Karl am Haltepunkt der Kleinbahn Raudten-Polkwitz in Barschau

Dieses Foto von Karl-Heinz Wilke aus Barschau zeigt den Sohn Karl Pfitzner mit seinen Kindern Ernst, Anneliese und Karl - Enkel-Generation - am Haltepunkt der Kleinbahn Raudten-Polkwitz in Barschau.


Über Pfitzner Karle aus Barschau

gibt es einige Anekdoten, die von seinem Witz und seiner Schlagfertigkeit zeugen. Er ist auf dieser Seite der älteste Karl Pfitzner, der und dessen Ehefrau auf Fotos gezeigt werden. Sein Sohn - ebenfalls Karl Pfitzner - war Günter Lindner und Karl-Heinz Wilke noch bekannt. Er muss um 1900 geboren sein. Im Unterschied zu seinem schlagfertigen Vater war er ein ernster, arbeitsamer und wortkarger Mann. Hier also die Anekdoten über seinen Vater:

  • Er hatte ein uraltes und langes Haus, weil an die Wohnung der Stall angebaut war. Das Schobendach (Strohdach) war sehr reparaturbedürftig. Wegen der vielen Arbeit hatte Karle jedoch wenig Lust, die Schäden auszubessern. Eines Tages betrachtete ein Fremder das Strohdach und meinte: "Na, dem tät's auch gut, wenn's erneuert würde." Darauf der Karle: "Ja, ich seh's mir auch immer an. Bloß, wenn's regnet, ist mir's zu naß, ums zu flicken, und wenn's schön ist, ist's nicht nötig!"
  • Im 1. Weltkrieg waren im Landratsamt in Lüben viele Damen beschäftigt, worüber Pfitzner Karle nicht erbaut war, weil er sich als Gemeindeschulze (Gemeindevorsteher) öfters über deren Fehler ärgern mußte. Auch vertrat er wohl die Ansicht, daß Frauen nicht in ein Amtsbüro gehörten. Als er sich wieder einmal beschwerte, wurde ihm geantwortet: "Ach, Herr Schulze (= Gemeindevorsteher!), das müssen Sie nicht so übelnehmen, wir schießen alle mal Böcke!" Karle Pfitzner meinte darauf giftig: "Es wär höchste Zeit, daß auch die Ricken (weibliche Rehe) geschossen würden."
  • Als er das erste Mal mit einer Brille durchs Dorf ging, hielten ihn die Nachbarn an und fanden, daß er sehr gelehrt aussehe. Der Schmidt August, der zur Unterscheidung von den vielen anderen Schmidts in Verbindung mit dem Vornamen seiner Frau auch Lene-Schmidt genannt wurde, bekam jetzt Lust, sich auch eine Brille anzuschaffen, weil er Schöffe werden sollte. Karle antwortete ihm trocken: "Du setzt dich ja alle Tage uff de Prille, da kannste ja mal neisehn. Das genügt für dich!"

Leopold Beyl in LHB 18/1960

Vater und Mutter Pfitzner mit Sohn Karl jun. bei Feldarbeiten

Großeltern-Generation Pfitzner mit Enkel Karl bei Feldarbeiten in Barschau in den 1930er Jahren.

Karl Pfitzner und Sohn, Barschau

Die Arbeit ist getan! Gut zu sehen die berühmte Pfitzner-Brille und das verschmitzte Lächeln des Witzbolds Karl Pfitzner! Dank für die Bilder an Günter Lindner und einen Pfitzner-Nachfahren!

Das alte Pfitzner-Haus

In einer Anekdote erwähnt Leopold Beyl das "uralte und lange Haus" der Pfitzners. Auch nachdem Karl Pfitzner ein neues aus Ziegeln gemauertes Wohnhaus mit Stallungen erbaut hatte, wollte Oma Pfitzner partout nicht aus ihrem alten Haus ausziehen. Ihre Tochter Paula (auf dem Foto vor dem Haus) kümmerte sich deshalb um sie. Die neue Scheune, deren Bau weiter oben gezeigt wird, stand (außerhalb vom linken Bildrand des Fotos) ganz nahe am alten Haus. Auch die Pfitzners verloren ihre Heimat. Heute existiert das Dorf nicht mehr! Ist das der "Fortschritt"?

Oma Pfitzner

Oma Pfitzner.
Wenn wir sie gefragt hätten, wie ihr Leben war, hätte sie sicherlich mit Psalm 90 geantwortet: "Unser Leben währet 70 Jahre, und wenn es hochkommt, so sindís 80 Jahre, und wenn es köstlich gewesen ist, so ist es Mühí und Arbeit gewesen!"


Und hier noch ein Foto aus dem Album der Pfitzner-Nachfahren. Günter Lindner schreibt dazu: "Auf dem Erntewagenbild erkennen wir niemanden. Leider sind auch auf der Rückseite keinerlei Vermerke, so dass auch der Zeitpunkt des Fotos nicht genau zu bestimmen ist. Wir alten Barschauer datieren es jedenfalls auf vor 1933. Wer erkennt jemanden?"

Ernte in Barschau