Brauchitschdorfer Einwohner
Gemeinde Brauchitschdorf














Der Brauchitschdorfer Pastor Harald Poelchau sen.

Er war am 2. August 1866 in Berlin-Charlottenburg als Sohn eines Nervenarztes, der seine Wissenschaft mit Theologie kombinierte, geboren. Sein Vater studierte sehr spät (als er schon fünf Kinder hatte) Theologie. Pastor Poelchau wuchs in Riga und Erlangen auf und studierte in Dorpat, Erlangen und Berlin. In Potsdam war er Hilfsprediger an St. Nicolai.

Graf Schmettow, der Patronatsherr von Brauchitsch-dorf, kannte ihn von Potsdam und holte ihn zu einer Probepredigt nach Brauchitschdorf. Gegen sie war nichts einzuwenden, aber den Gemeindekirchenräten war er wohl zu fremdartig, sie zögerten daher mit ihrer Zustimmung. Schließlich rückten sie mit einem Einwand heraus: er sei zu klein! Und das stimmte, denn er war - wie viele Poelchaus - kaum 1,70 m groß. Da aber das Konsistorium in Breslau solche Einwände nicht gelten ließ und keine gegen Lehre, Leben und Wandel vorgebracht werden konnten, wurde er bestätigt.

Er blieb nun sein ganzes Leben dort, fühlte sich tief mit seiner Gemeinde verbunden und erlebte dort seine Pensionierung. Er zog nach Vorderheide, wo er am 13. Dezember 1938 starb. Dort war sein Grab 1970 noch vollständig erhalten! LHB 7/1970

Pastor Poelchau und seine Ehefrau sind auch auf einem Konfirmationsbild von 1932 abgebildet.

Mit großem Respekt sei hier an seinen Sohn Harald Poelchau jun. erinnert, der zum Seelsorger für zahllose
inhaftierte Regimegegner des NS-Systems wurde und Mitglied im Kreisauer Widerstandskreis war.

Pastor Poelchau mit dem Jungfrauenverein

Pastor Poelchau mit dem Jungfrauenverein um 1915

Das Pfarrhaus in Brauchitschdorf

Das Pfarrhaus in Brauchitschdorf

Hans von Klitzing

Hans von Klitzing 1854-1929

Generalleutnant Eberhard Graf von Schmettow 1861-1935

Generalleutnant Eberhard
Graf von Schmettow 1861-1935

Die Einweihung des Kriegerdenkmals in Brauchitschdorf nach dem 1. Weltkrieg

Die Einweihung des Kriegerdenkmals in Brauchitschdorf 1919
Namen sind leider nicht bekannt. Ein Vergleich mit dem nächsten Bild lässt vermuten, dass der Uniformierte ein Major von Schierstädt ist.

75 Jahre Kriegerverein Brauchitschdorf (1921)

Am 23.6.1921 feierte der Brauchitschdorfer Kriegerverein sein 75jähriges Bestehen.
Da durften die Ehrenjungfrauen nicht fehlen! von links: Hilda Scholtz, Gertrud Wolf, Wanda Rüster, Bertha Rothert, Martha Feind, Frieda Weidner, Hilda Scholz, Major von Schierstädt, Oberförster Mähnert, Frieda Reul, Martha Klüm, Elly Schade, Elly Klüm, Selma Wolf


Weichenwärter Otto vor dem Kriegerdenkmal

Weichenwärter Otto vor dem Kriegerdenkmal
für die Gefallenen des 1. Weltkrieges der Gemeinde Brauchitschdorf mit der Inschrift "Ihren im Weltkriege 1914-1918 gefallenen Helden gewidmet. Die Gemeinde Brauchitschdorf. Vergiß, mein Volk, der teuren Toten nicht" und den Namen Erich Hoffmann, Max Falcke , Fritz Klüm, August Schober, Erich Kleinert, Gustav Vorwerk, Paul Kluge, August Rabe, Karl Fuchs, Gustav Rückert, Alfred Hallmann, Oswald Mai, Ewald Reul, Hermann Hahn, Ernst Hahn, Erich Klüm, Paul Dehmel, Friedrich Dehmel, Karl Wittig, Gustav Ripprich, Theodor Nowerkowski, Hermann Weidner.


Forsthaus Brauchitschdorf um 1910

Das Forsthaus Brauchitschdorf um 1910. Möglicherweise sogar mit der Familie des Oberförsters Carl Mähnert!


Wo sich das Forsthaus befand, kann auf der alten Kreiskarte verfolgt werden, wenn man den folgenden Ausschnitt von Bruno und Erhard Haase im LHB 18/1960 liest:
"... Heute wollen wir den westlichen und südwestlichen Teil der Gemarkung Brauchitschdorf in Gedanken durchstreifen und begeben uns zu diesem Zweck aus der Gaststätte Grosser heraus in Richtung Oberdorf. Am Ende der Dorfstraße erreichen wir die "Schneider-Brücke" und sehen vor uns den Eichwald… Hier gehen unsere Erinnerungen an die früher durchgeführten Reit- und Hubertusjagden zurück, die immer besondere Anforderungen an Pferd und Reiter stellten und Anziehungspunkt für viele Schaulustige waren. Bald stoßen wir auf das Eichvorwerk, welches zur v. Klitzing'schen Gutsverwaltung gehörte. Hier hatte die Forstverwaltung mit Oberförster Carl Mähnert ihren Sitz. Wir wollen dem Steinweg in südlicher Richtung folgen. Ganz im Westen sehen wir den "Fiebigs-Berg", der mit 178 m die höchste Erhebung in der Nähe darstellte..."

Kartenausschnitt

Oberförster Carl Mähnert (1878-1957)

Oberförster Carl Mähnert (1878-1957)

Jungmädchenverein Brauchitschdorf-Groß Krichen um 1920

Jungmädchenverein Brauchitschdorf-Groß Krichen um 1920
Oben v. l.: Hildegard Horn, Friedel Kühn, Adelma Bens, Grete Preuß, Else-Trude Grosser, Liesbeth Kühn, Liesbeth Grosser, Gertrud Schmidtchen mittlere Reihe: Irmgard Kuttig, Hilde Kühn, Erna Kühn, Martha Haase, Ingeborg Kreutziger, Marthel Fichtner, Selma Haase, Marthel Weidner
vorn (stehend) Emma Feder, (sitzend) Lenchen Hahn, Berta Scholz, Erna Klüm, Elsbeth Grosser, Hannchen Hahn, (stehend) Grete Scholz, Gertrud Einderlich

Brauchitschdorfer Bund Königin Luise 1927

Brauchitschdorfer Bund Königin Luise um 1927
obere Reihe von links: Heinrich, Adelma Benz, Selma Haase, - , - , - , George.
mittlere Reihe: Margarete Jantos, Martha Marx, - , - , Wagner, Fitek, Herzberg, Marianne Grzimek, Ottilie Grzimek
untere Reihe: Scheibel, Jaros, Friedrich, - , Gertrud Feind, Margarete Kleiner. (Die auf dem Boden Sitzenden sind unbekannt).

Martha John, daneben Albert George, Bertha Ressel, Klara Tinzmann um 1930

Inge Böhm geb. John sandte die folgenden Bilder ihrer Familie ein. Oben: Waldarbeiten für das von Klitzing'sche Gut um 1930.
Dritte von links Inges Mutter Martha John, daneben Albert George, Bertha Ressel, Klara Tinzmann. Die beiden Frauen links sind unbekannt.
Herzlichen Dank an Inge Böhm geb. John und ihren Schwiegersohn Matthias Schläpfer für die Bilder und Informationen.


Familie John

Die Familie John im Februar 1932 auf ihrem Bauernhof in Brauchitschdorf, von links: Anna John (Ernst Johns Frau), Martha Burghard (Ernst und Anna Johns Tochter), Martha John (Willi Johns Frau), Inge John, Willi John (Ernst und Annas Sohn), Ernst John (Annas Mann)

Schlittenfahrt 1942

Schlittenfahrt 1942.
Von links: Alfred Flückiger, Anna Flückiger-John, Inge John, Berta Schmidt-John, Erich Schmidt, Günther Burghard, Ernst John

Willi John um 1930 bei Gleisarbeiten für die Bahn

Inges Vater Willi John (4. von links) um 1930 bei Gleisarbeiten für die Bahn. Mit einem pickelartigen Gerät wurden von Hand
Schottersteine unter die Schwellen geschlagen. Diese schwere Arbeit machte er in Lüben. Die übrigen Personen sind unbekannt.

Dominium Brauchitschdorf 1938

Dominium Brauchitschdorf bei einem Betriebsausflug ins Riesengebirge im Sommer 1938

Fremde im Dorf

Eine Fotografie vom Sommer 1938 zeigt die Belegschaft des Dominiums Brauchitschdorf bei einem Betriebsausflug ins Riesengebirge. Unter den Landarbeitern auch die polnischen Erntehelferinnen. Außer den im festen Arbeitsverhältnis Stehenden kamen jedes Jahr Polinnen, meist junge Mädchen, als Saisonarbeiterinnen aus dem nahen Nachbarland zu uns. Die Entfernung zur Grenze war gering, Luftlinie etwa 50 Kilometer.

Die Arbeiterinnen kamen im Juni, wenn das Rübenverziehen begann und blieben bis November nach der Rübenernte. Sie arbeiteten meistens zusammen, manchmal sangen sie auch dabei, oft aber an den Abenden in ihrem Quartier am Oberhof.

Es waren einige ländliche Schönheiten dabei, nach denen sich die Burschen umdrehten oder denen die Männer deftige Scherze zuriefen, deren Sinn sie nur erahnen konnten, da sie kaum Deutsch verstanden. Von ihnen lernte ich auch einige polnische Brocken, die nicht ganz salonfähig waren.

Am ersten Tag der Getreideernte banden sie nach polnischer Sitte meinem Vater, wenn er aufs Feld kam, einen Ährenstrauß mit bunten Bändern an den Arm, für den er sich mit einem Trinkgeld auslösen mußte. Als Arbeitskräfte waren die Polinnen zuverlässig und sehr fleißig und deshalb durchaus beliebt.

Rupprecht Grzimek in LHB 3/2003

Polnische und deutsche Gutsarbeiterinnen auf dem Dominium

von links: Fitek, Kluge, Fiedler, Stark, Inge Fiedler, Jakob, Pawlow, Jaros


Ich kann nicht beurteilen, ob die polnischen Gutsarbeiterinnen freiwillig kamen oder ob es sich um Zwangsarbeiterinnen handelte. Unabhängig davon soll hier an sie erinnert werden. Vielleicht finden sich Nachkommen, die etwas darüber sagen können.

Leider sind die Namen der Abgebildeten nicht bekannt. Vielleicht hilft der Text der Rückseite bei der Klärung. Adressiert ist die Karte an Fräulein Frieda Lehmann bei Willy Schröter in Neu Kölln/Berlin. Sie wurde am 1.9.1910 aus Brauchitschdorf verschickt.

Liebe Tochter, Paket gut angekommen, ... kann Heinz es schon ... Das übrige heben wir auf. Der Kerl wächst ja nicht, er kann vor Klugheit und Frechheit nicht wachsen, das siehst du schon, wie frech er auf dem Bilde da steht. Wenn es passt, werden wir ihn allein fotografieren lassen. Gesund sind wir noch alle. Herzlichen Gruß von uns allen.