Raudtener Wappen
1928: Hindenburg fährt durch Raudten
Raudten














1928: Hindenburg fährt durch Raudten

1928: Hindenburg fährt durch Raudten!

Herzlichen Dank für das Bild an Gerd Paeßler!
Aufgenommen hat es damals Friseur Carl Springer.

Nicht nur die Stadt Raudten, auch die Umgebung wußte Bescheid: Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg fährt durch Raudten! Es war im Jahre 1928, als Hindenburg seiner Nichte auf Gut Deichslau einen Besuch abstattete. Auf der Rückreise von dort fuhr er im offenen Auto durch Raudten zum Bahnhof Raudten-Queißen, wo sein Sonderzug abgestellt war.

Die Aufnahme zeigt den fahnengeschmückten Ring, im Hintergrund das Haus von Bäckermeister Max Laufer, in dem sich auch die Elektrizitätsgesellschaft befand. Hindenburgs Kolonne fährt langsam an der begeistert staunenden Menge vorbei. Er selbst sitzt uniformiert im offenen Wagen.

Alma Schwabe, ein junges Mädchen aus Raudten, die am Hauptbahnhof Raudten-Queißen vom Roten Kreuz eingesetzt war, konnte die Abfahrt gut beobachten. Als Hindenburg aus dem Auto stieg, überreichte ihm die jüngste Tochter des Klein-Gaffroner Gutsbesitzers von Brauchitsch sehr aufgeregt mit einem Gedicht einen Blumenstrauß. Dann durchschritt der alte Herr die Fahrkartensperre, bestieg den Sonderzug und zog das Abteilfenster herunter. Das mißfiel allerdings dem für seine Sicherheit verantwortlichen Beamten und er schloß es wieder. Hindenburg nahm durch das geschlossene Fenster Abschied von den Wartenden. (Nach Leo Beyl in LHB 10/1977)

Er fuhr über Lüben weiter nach Liegnitz. Auf dem Lübener Bahnhof mußte der Sonderzug halten. Auch dort öffnete Hindenburg das Abteilfenster, was ihm diesmal aber überlassen blieb; denn es waren kaum Menschen am Bahnhof, da dieser Aufenthalt nicht geplant war. Sein Sohn Oskar stand neben ihm. Ich hatte damals das Glück dabeizusein, und konnte ganz nahe vor dem Fenster stehen. Sein Gesicht hat sich mir eingeprägt. Für uns war dieser Mann eine überragende Persönlichkeit, da wir in der Schule von ihm und seinen Erfolgen lernten.
Erika Hoffmann-Rehmie in LHB 10/1971

Georg Struzyna glaubt, es müsse schon zwei Jahre früher gewesen sein: Die Aufnahme muss im Jahre 1926 und zwar zwischen April und Juni gemacht worden sein. Ich war schon in der Schule, und es war vor den großen Ferien. Meine Mutter sah ihn noch besser. Sie war im Deutschen Roten Kreuz, und die hatten einen Stand an der Chaussee, die Hindenburg entlangfuhr. Georg Struzyna in LHB 6/2008