Gemeinde Kniegnitz
Letzte Veränderung
am 20.5.2012:
Neue Ansichten und
Einzelseite Bewohner
Gemeinde Koslitz mit Ortsteilen Friedrichshuld, Weinberghäuser, Gehegemühle














Kniegnitz in: Alphabetisches Verzeichnis der Stadt- und Landgemeinden im Gau Niederschlesien 1939

Kniegnitz [1939]
Gemeinde, Kreis Lüben, 5 km, Post Lüben Land, 393 Einwohner, 95 Haushalte, Flurgröße 972 ha, 6 Gemeinderäte, Bürgermeister Heinrich Maiwald, Fernsprecher Kniegnitz (öffentlich), Landratsamt, Finanzamt, Amtsgericht, Versicherungsamt, Landkrankenkasse, AOK Lüben / Regierungsbezirk, Landgericht, Arbeitsgericht, Versorgungsamt Liegnitz / Arbeitsamt Liegnitz, Nebenstelle Lüben / Standesamt Mallmitz, Kreis Lüben / Schulgemeinde Kniegnitz / Gendarmeriebezirk Zedlitz, Kreis Lüben / nächster Personen-, Güterbahnhof Lüben 5 km. Vorhanden: Elektrisches Stromleitungsnetz,
1 Volksschule, 1 Rittergut / NN 125 m

Aus: Alphabetisches Verzeichnis der Stadt- und Landgemeinden im Gau Niederschlesien mit den dazugehörigen Ortsteilen, Kolonien, Siedlungen usw., Kurt-Gruber-Verlag Wirtschaft Recht, Dresden, 1939

Kniegnitz in: Amtliches Landes-Adressbuch der Provinz Niederschlesien 1927 Kniegnitz [1927]
Dorf und Gemeindebezirk Kreis Lüben Regierungsbezirk Liegnitz Postamt Eisenbahnstation Güterladestelle Lüben Entfernung 5 km Amtsgericht Lüben Landgericht Liegnitz evangelische und katholische Kirche Lüben
Bnitsch [offenbar Druckfehler], Karl, Tischlermeister
Rauch, Paul, Müller
Scholtz, August, Schmied
Scholz, Robert, Schuhmacher
Tiesler, August, Schuhmacher

aus: Amtliches Landes-Adressbuch der Provinz Niederschlesien für Industrie, Handel, Gewerbe, Verlag August Scherl, Breslau, 1927

Kniegnitz in: Alphabetisches Verzeichnis sämtlicher Ortschaften der Provinz Schlesien 1913


Kniegnitz in Nachschlagewerken von 1789 und 1845

Kniegnitz [1913]
Dorf + Rittergut: Kreis Amtsgericht evangelisches Kirchspiel katholisches Kirchspiel Lüben 5 km; Post Ziebendorf 2 km; Amtsbezirk Standesamtsbezirk Kniegnitz;
192 + 164 Einwohner

aus: Alphabetisches Verzeichnis sämtlicher Ortschaften der Provinz Schlesien, Verlag Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1913

Kniegnitz auf der Kreiskarte Lüben 1935


Schülerinnen der Landwirtschaftsschule zu Lüben bei einem Ausflug nach Kniegnitz vor Luge's  Gasthaus (1942)

Schülerinnen der Landwirtschaftsschule Lüben bei einem
Ausflug nach Kniegnitz vor Luge's Gasthaus (1942/1943)

Kniegnitz: Scholtz' Warenhandlung, Luge's Gasthaus, Schloß, Posthilfsstelle

Kniegnitz: Scholtz's Warenhandlung, Luge's Gasthaus, Schloß, Posthilfsstelle

Kniegnitz: Schloss, Schule, Villa Werner, Luge's Gasthaus, Scholz' Warenhandlung

Kniegnitz: Schloss, Schule, Villa Werner, Luge's Gasthaus, Scholz' Warenhandlung

Kniegnitz: Klempt's Gasthof, Schule, Schloss, Kriegerdenkmal

Kniegnitz: Klempt's Gasthof, Schule, Schloss, Kriegerdenkmal

Lithographie aus der Sammlung Duncker: Schloss Kniegnitz

Schloss Kniegnitz nach einer Farblithographie der Sammlung Duncker

Alte Nachrichten fehlen in Folge von Bränden und mehrfachem Besitzwechsel; um 1700 gehörte das Gut der Familie von Falkenhagen, ging gegen Ende des Jahrhunderts in Otto von Tschierschky'schen, später in von Gellhorn'schen Besitz über und wechselte seit 1819 seinen Besitzer siebenmal, bis es im Februar 1867 durch Kauf in die Hände des Oberstleutnant a. D. Paul von Wiedner gelangte. Das Gut, eine halbe Meile von der Kreisstadt gelegen, hat durch Zukauf einiger Rustikalgüter eine Größe von ca. 2700 Morgen. Das Wohnhaus erhielt unter dem jetzigen Besitzer durch Um- und Anbau seine edlere Gestaltung und ist ringsum von Gärten umgeben. (Duncker, Preußische Schlösser, Band 16 S. 934)


Schloss Kniegnitz, Dank an Kazimierz Bełz!

Kniegnitz
von Hans Helmut von Wiedner

Das Rittergut ist, soweit man dies aktenmäßig zurückverfolgen kann, nie lange in der Hand ein- und derselben Familie gewesen. Es gehörte in früheren Zeiten den von Falkenhayn, von Gellhorn, von Ohlen und Adlerscron, von Bindemann und von Keller. Von dieser Familie erwarb es im Jahre 1860 der Oberstleutnant Paul von Wiedner.

Später kam dann das Rittergut Koslitz dazu. Der Genannte war zu jener Zeit eine angesehene Persönlichkeit, der auch manches Ehrenamt bekleidete. Nach seinem Tode im Jahre 1906 übernahm den Besitz sein einziger Sohn, der Major Hans von Wiedner. Mit seiner Gattin Magdalena, geb. von Wietersheim, wurde das Schloß im Innern vollständig modernisiert und ein zweiter Flügel angebaut.

Der 70 Morgen große Park wurde nach den Plänen des Liegnitzer Gartenbaudirektors Stämmler neu gestaltet. Teiche wechselten mit Wiesen und Waldpartien ab, eine Fasanerie wurde geschaffen und die Gärtnerei mit Gewächshäusern versehen. Während die Landwirtschaft nacheinander unter der Leitung der Gutsinspektoren Boer, Schenk, Barkow und Oertel stand, wurde die Gärtnerei von dem aus Gläsersdorf stammenden Gärtner Thiele vorbildlich geführt. Die Erzeugnisse der Gärtnerei wanderten auf einem grauen Lieferwagen zum Markt nach Lüben und Liegnitz.

Der damalige Besitzer starb 1915 an den Folgen des Kriegsdienstes, im Jahre 1932 starb seine Gattin. Die Nachkriegserscheinungen machten sich nach 1918 auch hier bemerkbar. Durch kluge Bewirtschaftung durch den Treuhänder der Osthilfe, Dr. Gorka, und den erfahrenen Landwirt, Gutsinspektor Oertel, gelang es, den Besitz nicht nur zu halten, sondern ihn zu einem ertragbringenden Betrieb emporzuführen.

1945 mußten der letzte Besitzer, Hans von Wiedner, ein Enkel des genannten Majors Hans von Wiedner, und dessen Mutter Annemarie, geb. von Arnim, Kniegnitz verlassen. Das Schloß wurde ausgeplündert und seiner mannigfachen Kunstschätze beraubt.

Erinnert werden soll noch an das sicher manchem alten Lübener bekannt gewesene Fräulein Helene Brühl, allgemein "Tante Lene" genannt, welche im Hause von Wiedner die Stelle einer Tochter vertrat und noch mit 75 Jahren einen Vetter, den Generalleutnant von Hanstein, in Warmbrunn heiratete. Bis dahin hatte sie im "kleinen Kavalierhaus" gewohnt. Sie bildete zusammen mit Fräulein Agnes von Packisch und Fräulein "Maus" von Waldow im Hause der Frau Geheimrätin Sonneck ein amüsantes Kleeblatt.

Treue Forstbeamte, die die ausgezeichnete Niederwildjagd betreuten, waren die Herren Scheer, Hachenburg und Illgner. Die oft gerühmte Schloßküche stand im Laufe der Jahre unter der Leitung so mancher tüchtigen Ungenannten; besonders zu nennen aber wären die spätere Frau Marie Ponikelsky (Steinauer Straße), Frau Hachenburg und später die im ganzen Kreis bekannte Kochfrau Hinke (eine Tochter des Schmiedemeisters Scholz aus Kniegnitz).

Der heute 80 Jahre alte Kutscher Karl, dessen Pferde nach seiner Ansicht immer die besten im Kreise waren, behielt, auch nachdem das Auto seinen Siegeszug angetreten hatte, seinen bescheidenen Posten. Er war stets der treue Diener seines Herrn. Seine drei Töchter waren ebenfalls im Schloß tätig als umsichtige und tüchtige Hausmädchen.

Die letzten Besitzer von Kniegnitz und Koslitz sind überall verstreut. Hans Helmuth von Wiedner (seit 1935 auf dem Landsitz Villa Herwigsdorf, Kreis Freystadt), seit 1950 mit Jutta-Ursula von Baumer verheiratet, wohnt in Marburg. Rittmeister Hans Rüdiger von Wiedner lebt mit seiner zweiten Frau und einem Sohne in schlechtesten Verhältnissen in Berlin. Frau Annemarie von Wiedner, geb. von Arnim, in Weißenbrunn unterm Walde. Ihr Sohn Hans fand als landwirtschaftlicher Beamter in Hannover eine Anstellung. Er war der letzte Besitzer. Seine Schwester Barbara West lebt in Eltville im Rheingau und die Schwester Magdalena lebt, seit März 1952 verheiratet, mit dem Forstassessor von Heydebrand und der Lasa in Wiesbaden.

Hans Helmut von Wiedner in LHB 1/1953

Schloss Kniegnitz

Schloss Kniegnitz

Schloss Kniegnitz

Schloss Kniegnitz

Schloss Kniegnitz

Gruß aus Kniegnitz:
Schloss, Scholz's Warenhandlung, E. Luge's Gasthaus











Kniegnitz: Schloss, Schule, Posthilfsstelle, Villa Werner


Warenhandlung Bertha Scholz, Schloss, Luge's Gasthof, Schule