Gemeinde Ziebendorf
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Gemeinde Altraudten














Ziebendorf [1939]
Gemeinde, Kreis Lüben, 7 km, Post Ziebendorf über Lüben, 333 Einwohner, 96 Häuser, Flurgröße 720 ha, 5 Gemeinderäte, Bürgermeister Robert Müller, Fernsprecher Ziebendorf (öffentlich), Landratsamt, Finanzamt, Amtsgericht, Versicherungs-amt, Landkrankenkasse, AOK Lüben / Regierungsbezirk, Landgericht, Arbeitsgericht, Versorgungsamt Liegnitz / Arbeitsamt Liegnitz, Nebenstelle Lüben / Standesamt Mallmitz / Schulgemeinde Ziebendorf / Gendarmeriebezirk Zedlitz / nächster Personenbahnhof Koslitz 3 km, Güterbahnhof Lüben 7 km. Vorhanden: 1 Volksschule, Rittergut / NN 140 m

aus: Alphabetisches Verzeichnis der Stadt- und Landgemeinden im Gau Niederschlesien mit den dazugehörigen Ortsteilen, Kolonien, Siedlungen usw., Kurt-Gruber-Verlag Wirtschaft Recht, Dresden, 1939

Ziebendorf in: Amtliches Landes-Adressbuch der Provinz Niederschlesien 1939


Ziebendorf auf der Kreiskarte Lüben 1935

Ziebendorf in Nachschlagewerken von 1789 und 1845

Ziebendorf [1927]

Dorf und Gemeindebezirk Kreis Lüben Regierungsbezirk Liegnitz 412 Einwohner Gemeindevorsteher Seidel Gutsvorsteher Meier Eisenbahnstation Koslitz Entfernung 3,5 km Postamt Güterladestelle Amtsgericht Kreissparkasse Stadtsparkasse Finanzamt Gewerbeamt Zollamt Lüben Entfernung 6 km Landgericht Elektrizitätswerk Liegnitz (Drehstrom) evangelische Volksschule Fortbildungsschule

Berger, Paul, Schuhmachermeister
Beyer, Reinhold, Stellmachermeister
Finster, Gustav, Gasthaus
Kaul, Alfred, Bäckermeister
Kuhn, Berta, Damenschneiderin
Linke, Gustav, Brunnenbaumeister
Linke, Paul, Tischlermeister
† Meier, J. H., Stärkefabrik, Fernsprecher 46
Müller, Robert, Schmiedemeister
Weidt, Theodor, Tischlermeister
Wilhelm, Gustav, Fleischermeister

† = Firma ist handelsgerichtlich eingetragen
aus: Amtliches Landes-Adressbuch der Provinz Niederschlesien für Industrie, Handel, Gewerbe, Verlag August Scherl, Breslau, 1927

Ziebendorf in: Alphabetisches Verzeichnis sämtlicher Ortschaften der Provinz Schlesien 1913

Ziebendorf [1913]
Dorf + Rittergut: Kreis Amtsgericht evangelisches Kirchspiel katholisches Kirchspiel Lüben 6 km; Post Ziebendorf; Eisenbahnstation Koslitz 3 km; Amtsbezirk Standesamtsbezirk Kniegnitz; 295 + 108 Einwohner

aus: Alphabetisches Verzeichnis sämtlicher Ortschaften der Provinz Schlesien, Verlag Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1913

E. Meier, Rittergut und Stärkefabrik Ziebendorf

Bäckerei und Kolonialwarenhandlung Willy Pelz, Schloss, Schule, Kriegerdenkmal

Bäckerei und Kolonialwarenhandlung Willy Pelz, Schloss, Schule, Kriegerdenkmal. Dank an Kazimierz Bełz!

1900: Unbenanntes Wohnhaus mit Bewohnern, Ev. Schule, Kaiserliche Postagentur mit kaiserlichem Briefträger, Gasthof Heinrich Heydrich

1900: Unbenanntes Wohnhaus mit Bewohnern, Ev. Schule, Kaiserliche Postagentur mit kaiserlichem Briefträger, Gasthof Heinrich Heydrich
Die Karte wurde im Jahr 1903 von Kohrt bei Sauer in Ziebendorf nach Berlin gesandt. Vielleicht gibt das einen Hinweis auf das Wohnhaus.
Mit einem herzlichen Dank an Arkadius Smyk!

Ziebendorf: Pelz' Bäckerei und Warenhandlung, Schloss, Schule, Kriegerdenkmal, Finster's Gasthaus

Pelz' Bäckerei und Warenhandlung, Schloss, Schule, Kriegerdenkmal, Finster's Gasthaus

Ziebendorf

Wenn man von Lüben in nördlicher Richtung die Straße nach Raudten wandert, steht nach 5 km Wegstrecke ein Wegweiser mit der Aufschrift: Ziebendorf 2 km. In einem Talkessel, von Wald umrahmt, liegt das Dorf. Leicht neigen sich die Anhöhen zur Dorfstraße, die über Talbendorf, Ober- und Mittel Dammer nach Steinau a. d. Oder führt. Das Sickerwasser sammelt sich und plätschert lustig als Bächlein, "die Bache", durch das Dorf. Man erkennt sofort, daß Ziebendorf eine sehr frühe Ansiedlung ist. Der Dorfplan macht es deutlich: diese Ansiedlung hat die Form eines Haufendorfes.

Ziebendorf mit seinen 333 Einwohnern war ein Dorf, in dem die Landwirtschaft dominierte. Der Gutshof Meier mit 446 ha Fläche bildete den Mittelpunkt des Dorfes. Außerdem bewirtschafteten je 12 kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe nochmals 230 ha. Die Höfe Seidel, Zobel August, Finster, Anders, Kühn Gustav, Stark Otto und Füssel waren die größten. Sie besaßen 12 bis 17 ha Land.

Die Bodenverhältnisse waren sehr unterschiedlich, schlechte in Richtung Guhlau und Koslitz, bessere auf Mallmitz und Kniegnitz zu. Ziebendorf war wirtschaftlich ein selbständiger Ort. Denn hier befanden sich Handwerksbetriebe wie Schmiede, Stellmacherei, Tischlerei, Schuhmacherei, eine Bäckerei mit Kolonialwarenhandel, eine Fleischerei, Viehhandlung, zwei Gastwirtschaften und eine Post. Zum Teil waren diese Gewerbetreibenden Eigentümer der 11 Nebenerwerbsstellen.

In der 2-klassigen Schule fand neben dem Volksschulunterricht auch der Unterricht der landwirtschaftlichen Berufsschule für die umliegenden Orte statt. Von 1924 bis zur Vertreibung wurde die Schule von Lehrer Rudolf Schnabel geleitet, der auch maßgeblichen Anteil an der Gründung des Turnvereins und dem Bau des Sportplatzes hatte.

Eine Kirche gab es in Ziebendorf nicht. Der Gottesdienst für die überwiegend evangelischen Bewohner wurde in unregelmäßigen Abständen in der Schule abgehalten. Für kirchliche Feiern waren die Kirchen in Lüben zuständig.

Heinz Boderke, Der Kreis Lüben, 1986

Gasthaus und Fleischerei, Inhaber Grundmann, Saal innen, Dorfstraße mit Schule

Ziebendorf: Gasthaus und Fleischerei Grundmann, Saal, Schule, Dorfstraße

Ziebendorf: Schloss, Fleischerei und Gasthof F. Vogt, Gasthof Heinrich Heydrich, Schule, Postagentur

Schloss, Fleischerei und Gasthof F. Vogt, Gasthof H. Heydrich, Schule, Postagentur

Ev. Schule, Postagentur, Bäckerei/Gemischtwarenhandlung Alfred Kaul, Stärkefabrik, Schloss, Gerichtskretscham Heinrich Heydrich, Gasthof und Fleischerei Wilhelm Vogt


Der Dorfplan Ziebendorf

Leider ist nicht bekannt, wer diesen Plan von Ziebendorf gezeichnet hat. Vielleicht Harri Grundmann (1928-2006), der Architekt aus Ziebendorf, dem ich die Scans der Lübener Kunstpostkarten verdanke? Veröffentlicht ist der Plan in Heinz Boderkes Büchlein über den Kreis Lüben.
Da im verkleinerten Format nicht mehr alles gut lesbar ist, hier die Aufzählung der Einwohner und Plätze:
Beier, Berger, Finster, Fromm, Füssel, Grundmann, Hanke, Haude, Henschel, Hoffmann, Jentsch, John, Kinzel, Kleinert, Konte, Kuhn, Liebich, Linke, Mathner, Moers, Müller, Peisker, Pelz, Pohl, Schmidt, Scholz, Schreiber, Seidel, Senftleben, Stark, Stiller, Tietze, Ungebauer, Weidt, Woida, Wolf, Wuttig, Zobel
Dorfstraße, Ententeich, Friedenseiche, Friedhof, Fußweg, Gärtnerei, Gehegemühle, Gut, Kastanienallee, Kriegerdenkmal, Luftschuppen, Mühlberg, Post, Sandgrube, Sandseite, Schäferei, Schloss, Scholzgasse, Schule, Spritzenhaus, Stärke-fabrik, Steingasse, Totengasse, Turnplatz, Wassermühle

Volksschule Ziebendorf mit Lehrer Rudolf Schnabel im Jahr 1933

Volksschule Ziebendorf mit Lehrer Rudolf Schnabel im Jahr 1933
Herta Haude verdanken wir den ersten Namen zum Bild! Sie erkannte ihre Schwester Erika Haude (Nr. 36). Wir freuen uns auf weitere Namen!

Meine Großeltern waren eng befreundet mit Lehrer Rudolf Schnabel und seiner Frau. Bei der Hochzeit meiner Eltern waren sie unter den Gästen.


Rudolf Schnabel

Zur Personalkarte
des Ziebendorfer Lehrers
Rudolf Schnabel
auf der Website der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung
des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung.


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