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Lüben-Altstadt auf dem Messtischblatt von 1933. Deutlich zu sehen Kirche und Friedhof. Östlich davon: Bahnhof und Zuckerfabrik Lüben.
Luftbild und Informationen nach Johanna Danne, Gast auf Erden, Henske-Neumann Verlag Hofheim/Taunus, 1997. Dort genannte Einwohner von Altstadt: Munderloh, Schreiber-Wilhelm, Seifert-Ernst, Weiß, Seifert-Berta, Hartert, Weidner, Scholz-Karl, Lange-Otto, Grosser-Karl, Hoffmann-Karl, Laux, Hohberg, Irrgang, Urban, Fengler, Kessel, Hoffmann-Paul, Schreiber, Friese, Helbighaus, Schägner, Liehr, Prüfer, Quack, Schneider. Altstadt bei Lüben Altstadt war früher ein Dorf vor den Toren Lübens. 1922 wurde es eingemeindet, so daß die Altstädter Einwohner die Würde städtischer Bürger erhielten. Bei dem Gehöft Schreiber (Nr. 1) begann die Dorfstraße, die sich - rechts und links umsäumt von Häusern - bis hinunter zur Zuckerfabrik zog.
Weite Flächen von Wiesen und Feldern erstreckten sich hinter den Häusern. Die Kotzenauer "Bimmelbahn" gehörte zum alltäglichen Bild. Wenn die nicht mehr ganz moderne Lokomotive mit ihren drei Wagen durch die Wiesen schnaufte - so daß man bei einiger Entfernung glaubte, man könne neben dem Gespann herlaufen -, dann wußten die Bauern auf den umliegenden Feldern, daß zu Haus das Mittagessen bereitstand. Bei klarem Wetter grüßten in der Ferne Rübezahls Berge! Selten wurde der Dorffrieden durch aufregende Ereignisse unterbrochen. Gern gesehen waren die Lübener Reiter, die in dem stolzen Bewußtsein, hoch zu Roß zu sitzen, oft durch das Dorf galoppierten, um den Pferden in der Umgebung die nötige Bewegung zu verschaffen, sich selbst aber dabei in der Kunst des Reitens zu üben. Neben der Bäckerei Röhrig befand sich die Dorfschmiede. Hier sah die Jugend oft genug dem Schmied Irrgang bei der Arbeit zu, wenn er furchtlos den Pferden die Hufe mit neuen Eisen beschlug. An ein Original des Dorfes erinnern wir uns gern - den Langner-Wilhelm. In der kalten Jahreszeit kam er auf die Gehöfte zum Federnschleißen. Ihm wurde nachgesagt, daß er einem guten Tropfen nicht abgeneigt sei und die Arbeit, wenn es ging, dann anderen überließ. Er war Junggeselle im besten Alter und deshalb bei der Weiblichkeit gern gesehen. Fast auf jedem Hof wurde er gefragt, wann er zu heiraten gedenke? Als Antwort kam: "Das muß meine Schwester Berta entscheiden." In unserem Dorf wurde die tägliche Arbeit ohne Hast getan. Wir wissen nicht, wie es damit heute daheim wäre, wenn wir die Heimat nicht hätten verlassen müssen. Ob der Schmied überhaupt noch sein Brot verdienen könnte? Vielleicht wäre die Arbeit auch in unserem beschaulichen Städtchen fast restlos mechanisiert worden und die Straßen und Wege vom Motorenlärm erfüllt. Wir aber haben unser Altstadt in schöner Erinnerung, mit einem Leben in Ruhe und Frieden, - uns gehörte diese Erde dort. Altstadt besaß nichts, was es anderen Ortschaften gegenüber besonders ausgezeichnet hätte - und doch, es war eben Heimat! Gertrud Nowicki in LHB 11/1959
Zum Bild links oben heißt es Warenhandlung und Bäckerei, aber am Haus steht: Fahrradhandlung Reparatur ... Fritz Löwen ... Color Fahrr.
Max Urban's Garten-Etablissement, Gasthaus und Ausspannung in Lüben-Altstadt, siehe auch Geschäftsanzeige von 1928 |