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Dieses Foto befand sich im Nachlass von Fritz Peschel und ist mit dem Hinweis "Judengasse Lüben 1916" versehen.
Konrad Klose beschreibt in seiner Chronik, die 1924 herausgegeben wurde, den Stadtkern folgendermaßen: "Die Stadt selbst in ihrem ursprünglichen Zustande können wir uns kaum primitiv genug vorstellen. Ihr Grundriß ist der für die schlesischen Städte typische. Den Mittelpunkt bildet der große Ring mit dem Rathaus in der Mitte... parallel zur nördlichen und südlichen Ringseite laufen die beiden einzigen Seitenstraßen der inneren Stadt, die Mälzer- und die Judengasse." Daraus schließe ich, dass die Gasse bis in die 1920er Jahre Judengasse hieß und suche das hier abgebildete Motiv auf dem letzten Stadtplan... Ich bin nicht ganz sicher, wo das Foto aufgenommen wurde, weil sich Bebauung und Bezeichnungen geändert haben. Ich vermute, dass der Fotograf dort stand, wo ich das Kreuz gemacht habe, und in Richtung ehemalige Judengasse, spätere Schloßstraße fotografiert hat. Wann und warum der Straßenname geändert wurde, habe ich bisher nicht herausgefunden. Bis zuletzt hatte die ehemalige Judenstraße, die am Hotel Grüner Baum in den Ring mündete, überhaupt keinen Namen. Vielleicht wurde sie deshalb von den Lübenern einfach weiter Judenstraße oder Judengasse genannt. Mit welchem Unterton wissen wir nicht. Um so sicherer wissen wir, dass auch Lübener Juden in Treblinka und Theresienstadt ermordet wurden. Für eine jüdische Lübener Familie konnte ich Gedenkseiten anlegen. Niemand weiß, wie viele Lübener Juden die NS-Herrschaft überlebt haben. Konrad Klose nennt auf Seite 540 die Anzahl jüdischer Einwohner im Kreis Lüben zwischen 1788 und 1910. |