Die Lübener Kaserne
Kleine Dragonerkaserne














Luftaufnahme der Lübener Kaserne. Dank an Tomasz Mastalski!

Luftbild oben aus nördlicher Richtung, unten aus südlicher Richtung: 1 Rathaus 2 Stiftsgut 3 Moltkestraße
4 Bredowstraße 5 Dragonerstraße 6 Kasernenstraße 7 Bismarckstraße 8 Steinauer Straße 9 Bleicherdamm.
Beide Aufnahmen noch vor dem Bau der Gebäude der Aufklärungs-Abteilung der Wehrmacht.

Luftaufnahme Lüben mit Kaserne. Dank an Tomasz Mastalski!

Dank dem Verhandlungsgeschick des Regimentskommandeurs Hann von Weyhern wurde Lüben zur Garnison des gesamten 4. Dragoner-Regiments bestimmt und dafür die neue Kaserne gebaut, die am 1. Oktober 1884 von allen vier Schwadronen bezogen wurde. Bis zu ihrer Auflösung war sie die Unterkunft des Regiments. Gemäß Versailler Friedensvertrag gab es nach 1918 in Deutschland keine Wehrpflicht, sondern ein 100 000-Mann-Berufsheer. In dieser Zeit lag das Reiter-Regiment Nr. 7 der Reichswehr in der Lübener Kaserne. In der NS-Zeit beherbergte sie eine motorisierte Aufklärungseinheit der Wehrmacht. Mehr Informationen über den Standort Lüben finden Sie in dem Buch von Romuald Bergner "Truppen und Garnisonen in Schlesien 1740-1945", Podzun-Pallas-Verlag 1987.

von-Bredow-Kaserne Lüben

Die Lübener Kaserne noch ohne Namen. Also vor der Namensverleihung 1889 durch den Kaiser bzw. vor dem Tod von Bredows 1890.

Mit der Hilfe von Szczepan Wożny aus Chojnow, Wolfgang Wersich und Ellen Guse und dieser Ansichtskarte von Tomasz Mastalski konnte endlich herausgefunden werden, wo das folgende Bild aufgenommen worden ist! Dabei scheint es jetzt ganz selbstverständlich! Vergleichen Sie den Haupteingang auf diesen beiden Bildern! Damit ist klar, die Dragoner stehen direkt in Lüben vor der Kaserne, vor dem großen Tor!* Wenn man Ansichten vom Kaserneneingang vergrößert, kann man alle Einzelheiten des Eingangs erkennen, die auch auf dem Erinnerungsfoto der Dragoner so gut sichtbar sind. Das Wachhäuschen stand vermutlich nur in Kriegszeiten dort. Szczepan Wożny hat sich sogar die Mühe gemacht, den Haupteingang des heute noch existierenden Gebäudes zu fotografieren, um den letzten Beweis zu erbringen. Da ich inzwischen auch selbst dort war, habe ich ein Foto davon auf die Impressum-Seite gesetzt. Vielen herzlichen Dank allen, die daran mitgewirkt haben, dass das Rätsel gelöst werden konnte.
* Bitte beachten, dass Hans Leip den Text des Liedes zwar 1915 schrieb, die Vertonung aber erst einen Krieg später berühmt wurde...

Dragoner 1916

Aufnahmeort siehe oben!
Ein Dragoner schrieb am 13.4.1916 auf der Rückseite der folgenden Karte an seine Schwester Agnes Nasdala in Wittichenau/Hoyerswerda

Liebe Schwester! Habe dein Paket mit herzlichem Dank erhalten. Rosenkränze habe ich zwei, hab von Marie einen erhalten und [?] habe ich auch noch. Ich glaube, Freitag machen wir fort. Schick Dir hier ein Andenken von meiner letzten Woche in Lüben. Schicke mir nichts an Sachen, man weiß nicht, wo man das Zeug hintun soll. Wir essen hier auch bloß noch Kunsthonig, weiter gibts nichts. Sechs Tage soll die Fahrt dauern, das wird aber langweilig. Also nochmals Dank und mit herzlichem Gruß verbleibe dein Bruder Gruß an alle P. [Hantsch?]

von-Bredow-Kaserne Lüben

Kaserne des 4. Dragoner-Regiments von Bredow.

Kaserne des Reiter-Regiments Nr. 7. Dank an Tomasz Mastalski!

Nach dem 1. Weltkrieg war dies die Kaserne des Reiter-Regiments Nr. 7

von-Bredow-Kaserne Lüben

Anbau an die Lübener Kaserne in der NS-Zeit A. A. 9 = Panzer-Aufklärungs-Abteilung Nr. 9

Kaserne Lüben mit A. A. 9

Stabsgebäude (links), Unterkünfte der Kradschützen und Wirtschaftsgebäude (rechts) der A. A. 9

Kaserne Lüben mit A. A. 8

Stabsgebäude und Kradschützen-Kompanie der A. A. 8.
Auffallend, dass hier die Aufklärungs-Abteilung plötzlich die Nummer 8 hat. Dazu folgende Erklärung: Im November 1938 wurde aus der AA 2 in Stettin und der AA 9 in Lüben die AA 8 gebildet. Der Regimentsstab und die II. Abteilung befanden sich in Lüben, die I. Abteilung in Stettin.
Außerdem scheint der Stadtplan an dieser Stelle falsch zu sein. Das Stabsgebäude befand sich offensichtlich parallel zu den Unterkünften der Kradschützen und nicht - wie auf dem Stadtplan eingezeichnet - in einer Linie dahinter. Möglich, dass der Bau der Gebäude anders erfolgte, als zuvor geplant. Wer weiß es zu erklären?